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mtfk
Beiträge: 212
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Verfasst am: 15.02.2007, 18:05 Titel: Zugreisen in Italien: Der ganz normale Wahnsinn |
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Zugreisen in Italien: Der ganz normale Wahnsinn
Verspätungen sind die Norm, Sauberkeit eine Rarität, diverse Strecken werden in derselben Zeit wie vor dreißig Jahren zurückgelegt, und für die 461 Kilometer zwischen Palermo und Modica benötigt der Schienenreisende satte elf Stunden. Wie „La Repubblica“ in ihrer Donnerstagausgabe berichtet, sind im Stiefelstaat verlässliche und für das 21. Jahrhundert angemessene Zugverbindungen die große Ausnahme.
Rund 8000 Züge verkehren Tag für Tag in Italien, befördern dabei auf einem Schienennetz von 16.231 Kilometer knapp 1,6 Millionen Passagiere. Und jeden Tag stöhnen zugreisende Italiener wie Touristen unter den veralterten Strukturen, versäumen infolge von Verspätungen den Anschluss bzw. Termine oder bangen um einen Sitzplatz infolge überfüllter Waggons. So mancher hat sich wohl bereits an das Schneckentempo und die Unpünktlichkeit gewöhnt, kennt wahrscheinlich gar nichts anderes.
In der Tat hat sich seit Jahrzehnten nur wenig im italienischen Schienenverkehr geändert, und die „Repubblica“ bezeichnet etwa die elf Stunden lange Fahrt von Palermo ins 461 Kilometer entfernte Modica als „Reise außerhalb der Zeit“. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass man von Palermo in 7:25 Stunden Moskau oder in 10:35 Stunden Dubai erreicht – freilich auf dem Luftwege.
Brisant nimmt sich der direkte Vergleich der Fahrpläne zwischen dem fernen Jahr 1975 und 2007 aus: Im Jahr 2007 benötigt ein Eurostar von Turin nach Venedig 4:50, ein zweiter 5:43 Stunden, während anno 1975 dieselbe Strecke in 4:40 bzw. 4:53 Stunden zurückgelegt wurde. Immerhin 11 Minuten schneller als 1975 ist der Zugreisende heute auf der Strecke von Mailand nach Livorno, während die Zeiten auf der Strecke zwischen Palermo und Messina seit 1983 unverändert geblieben sind (jeweils 2:55 Stunden) – stets laut Fahrplan, eventuelle Verspätungen nicht berücksichtigt.
Trenitalia-Funktionär Giovanni Cassola erklärt in einer Stellungnahme das unveränderte Tempo mit „mehr Verkehr“ und „Sättigung der Linien“, vergleichbar mit den Stauungen des Straßenverkehrs in einer großen Stadt. Gleichzeitig verweist er auf die großen Investition von Trenitalia in den letzten 25 Jahren und spricht von einer epochalen Wende: „Im Jahre 2010 wird man die Strecke von Rom nach Mailand in drei Stunden zurücklegen können“.
Nicht in den Griff zu bekommen scheint man bei der mit 2 Milliarden Euro verschuldeten Trenitalia indessen die Plage der Verspätungen. Nach einer Studie von „Altroconsumo“, welche im Jahr 2005 die Pünktlichkeit von 706 Langstrecken-Zügen unter die Lupe nahm, rollen 84 Prozent der Züge mit einer Verspätung am Zielbahnhof ein.
Bei 33 Prozent betrage die Verspätung mehr als eine halbe Stunde. Je nachdem, in welche Richtung man reist, kann man mit unterschiedlicher Verspätung rechnen: Durchschnittlich sind es 42 Minuten in südlicher Richtung, jedoch „nur“ 22 Minuten in nördlicher Richtung. Nach Angabe von Trenitalia sind hingegen 86 Prozent aller Eurostar-Züge pünktlich.
Pünktlich, dafür in veralterten, verdreckten und mit defekten Türen ausgerüsteten Zügen sei eine Reise der Berichterstatter Ende Dezember 2006 von Rom über Bozen und Innsbruck bis nach München erfolgt. Die Rückfahrt in den ersten Jännertagen 2007 sei in pures Chaos ausgeartet: Vollgestopfte Korridore, Vorräte die nicht mehr vorhanden sind und plötzlich doch wieder zutage treten, eine gerade noch verhinderte Schlägerei zwischen dem Bahnpersonal und frustrierten Reisenden.
Dass es auch funktionieren kann, zeigt überraschenderweise die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Neapel und Rom, wo mit Spitzen von 300 km/h die Strecke in der aus dem Fahrplan ersichtlichen Zeit zurückgelegt wird.
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kaila
Beiträge: 195
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Verfasst am: 15.02.2007, 18:13 Titel: |
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jojo suppo....und i moch nekschtis johr auslondsjohr in mailond *damn* _________________ ....break on through to the other side....
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enjoyit
Beiträge: 1295
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Verfasst am: 15.02.2007, 18:28 Titel: |
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A heilloses Chaos... Do hot die privatisierung wol a nix geändot... wenn net voschlimmot
Afn scholta wenne vorreserviersch probiernse net oan zu helfn sondon oan ummezuhebn, wenne reserviert hosch kriegman in die stoßzeitn sobiso kan zug ma und unto verona schaugs no schlimma aus... olta vodreckta züge! Es isch oanfoch la traurig wis mit die züge isch...
I find an do trenitalia la oans guit: die Preise! wer efta mit deitscha odo östorreichischa vor woas wofun i red...
Afan ICE in deitschlond konnsche die uhre stelln! _________________ Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.
Winston Churchill, 30.11.1874 - 24.01.1965
brit. Politiker und Nobelpreisträger
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frenna92
Beiträge: 362
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Verfasst am: 15.02.2007, 18:44 Titel: |
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die Bahn SE isch epas fan unzufolesigschtn wosz gib _________________
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flow
Beiträge: 240
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Verfasst am: 15.02.2007, 20:21 Titel: |
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hehe, jo falz. i konn la is Zugreisn in do Schweiz empfehlen! _________________ Music business hate me because the music industry didn’t make me
Shawn -jay-Z- Carter
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foxhound
Beiträge: 112
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Verfasst am: 15.02.2007, 21:40 Titel: |
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Des mit die vospätungen undn dreck isch wirklich schreklich. Des mit elf stundn fi 400km isch a zach. Normalaweise missata in sem in 4-5 Stundn mochn.
I fohr wenne italien fohr olm mitn zug und se taug mir schun( bin sogor Catania gfohrn ) obbo die hygiene graußig. _________________ Steh auf! Zum schlafen bleibt uns noch die Ewigkeit!
Omar Khajjam
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